Der Brief an die Römer steht - als eine Art >>Testament des Paulus<< -
am Beginn der neutestamentlichen Sammlung paulinischer Briefe. Er enthält
im 13. Kapitel die im Christentum vielfach missbrauchte Aufforderung zum
Gehorsam gegenüber staatlicher Gewalt, denn >>jede ist von Gott eingesetzt<<
(Röm 13,1). Dagegen versteht Barth als Kern der paulinischen Theologie
- hierin dem Reformator Johannes Calvin folgend - den >>unendlichen qualitativen
Unterschied<< zwischen Himmel und Erde, Gott und Mensch, Jenseits und Diesseits;
ausgeschlossen ist jegliche >>Vereinnahmung<< Gottes. Die Begegnung mit
Gottes Wort führt zur Erschütterung des Menschen angesichts der unüberbrückbaren
Trennung zwischen dem Begrenzten und dem Unbegrenzten, zwischen Zeit und
Ewigkeit: >>Gott ist im Himmel und du auf der Erde.<<