Salzburg, 1975. Die gefeierte Kinderbuchautorin Sophie von Ehrenstein glaubt an die heilende Macht des Traums - und an Läuterung durch Sprache. Als ihr ein junger Häftling namens Jack schreibt, wegen Raubmordes zu lebenslanger Haft verurteilt, wittert sie ihr Pionierprojekt: Sie bringt ihm luzides Träumen bei, er liefert im Gegenzug die Autobiographie "Blut, Tränen, Schmerzen" - roh, erschütternd. Aus einem Gefängnismanuskript wird ein Medienereignis, aus dem Täter ein Star.
Doch Jacks Charme ist kein Erlösungsversprechen, sondern ein Kalkül. Er lernt schnell: wie man Träume steuert, Worte setzt - und Menschen lenkt. Während Verleger, Öffentlichkeit und Justiz nach Sensation gieren, merkt Sophie zu spät, wie sich Mitgefühl in Mitschuld verwandelt: Jack schreibt nicht nur sein Leben um - er schreibt an ihr. An ihrer Wahrheit. An ihrem Ruf. An ihrer Freiheit.
Drei Jahre später, in Passau, glaubt Sophie, sie sei entkommen. Dann kommt der Anruf: Jack ist frei! Und die Vergangenheit schlägt wieder zu - bis hinauf auf die Grazer Erzherzog-Johann-Brücke, wo ein einziger Satz die Luft zerschneidet: "Spring!"
JACK ist ein Psychothriller über Manipulation, Gewalt und den Hunger nach Storys: ein Abstieg in die Grauzone zwischen Traum und Realität, Kunst und Verbrechen, Moral und Markt. Wer hier "Gerechtigkeit" erwartet, bekommt etwas anderes: die nackte Mechanik des Bösen - elegant, verführerisch, gnadenlos. Ein Roman als Faustschlag: Österreich in den 70ern, Beton, Tabak, Hass, Lügen - und eine Frau, die nicht wirklich merkt, was eigentlich abgeht.