Welches war die Sprachsituation der Nordostschweiz im 7. Jahrhundert? Diese Frage sucht der Autor durch eine sprachhistorische Lektüre der Gallus-Viten zu beantworten, unter steter Ergänzung und Kontrolle durch Erkenntnisse der Geschichtswissenschaft, der Archäologie und vor allem der Namenskunde. So kann er zeigen, dass in der Linthebene die romanisch-alamannische Sprachgrenze unmittelbar südöstlich von Tuggen lag und dass sich am Bodensee die romanische Sprache in Konstanz, Arbon und Bregenz bei einem Teil der Bevölkerung erhalten hatte. Nur Bregenz stand jedoch in Verbindung mit einem romanischen Hinterland. Arbon und Konstanz hatten den Charakter von romanischen Sprachinseln. Die Nordgrenze eines zusammenhängenden romanischen Sprachgebiets lag beim Hirschensprung. In diese teilweise zw